Hörsysteme, früher Hörgeräte, sollen dem Hörgeschädigten helfen die Kommunikationsfähigkeit zu verbessern. Es geht uns also weniger um das Hören, als viel mehr um das Verstehen. Was ist nun der Unterschied? Hören, verstehen, ist das nicht dasselbe?
Geräusche können Sie hören, Sprache müssen Sie zwar auch hören aber das Gehörte muss auch verstanden werden. Wenn ein Glas herunterfällt dann hören Sie dies, ohne den Klang des zerbrochenen Glases zuordnen zu müssen. Bei der Sprache würden Sie, wenn Sie sie nur hören würden, richtigerweise sagen: “Ich habe gehört, dass du was gesagt hast, aber was.....?”
Hier setzt die Handwerkskunst unseres Berufes ein. Mit welcher Technik und mit welcher Programmierung die Kommunikationsfähigkeit wieder hergestellt werden kann.
Der Test der Stiftung Warentest aus 7/2006 verdeutlicht dies. Unter verschiedenen getesteten Hörgeräteakustikern wurde von einem guten Ergebnis bis hin zu einer Hörverschlechterung(!) mit den angepassten Hörsystemen festgestellt.
Nach unserem Versorgungskonzept steht der gezielte Ausgleich der Hörschädigung im Vordergrund. Aufgrund der audiologischen Werte die der Facharzt erhebt, bzw. die wir ermitteln, passen wir die Hörsysteme in
realen Hörsituationen an. Wir lehnen eine Anpassung in einer schalldichten Kabine ab. Wer lebt denn schon unter solchen Bedingungen? Daher konzentrieren wir uns ganz darauf, mit Ihnen zusammen das richtige Hörsystem auszuwählen. Interessanterweise wird immer noch die vergleichende Anpassung von drei Hörsystemen propagiert. Dies würde bedeuten, dass wenn man unterschiedliche Preiskategorien, von zuzahlungsfrei über mittlere bis zur gehobenen Preisklasse, testen will, jeweils ein Gerätepaar zur Verfügung gestellt bekommt. Nun gut, das macht numerisch natürlich auch drei Hörgerätetypen.
Ursprünglich war das anders gedacht, nämlich aus jeder Kategorie drei Geräte, dies würde in unserem Beispiel neun Hörgeräte bedeuten. Wir verstehen uns aber als Berater des Kunden und wollen ihn nicht verwirren. Denn ob neun Geräte in allen gleichen Situationen getestet werden können, muss wohl bezweifelt werden. Wir haben das Hörergebnis im Auge und das ist unser Ziel. Wenn dieses mit einfachen Mitteln und einer geschickten Programmierung erreicht werden kann, freut sich der Kunde. Sollte unser Wunschergebnis nicht erreicht werden so muss dann natürlich eine andere Lösung her....und dies evtl. auch nach mehreren Monaten. Denn die Hörgewöhnung ist entscheidend

